statistik Berlin Brandenburg  
 
Institut für Schulqualität der Länder Berlin Brandenburg e.V.


Bildungbericht 2008
Inhaltsübersicht
    Einleitung
    Hinweise
    Wichtige Ergebnisse
    im Überblick
    Kapitel A
    Kapitel B
    Kapitel C
    Kapitel D
    Kapitel E
    Kapitel F
    Kapitel G
    Kapitel H
    Anhang
Supplementband I
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Bildungbericht Berlin Brandenburg 2008
   
KAPITEL E   DOWNLOAD
E
 
Berufliche Bildung
 
Die deutsche Berufsausbildung hat international im Allgemeinen einen guten Ruf. Analytisch lassen sich derzeit drei Teilbereiche im deutschen Berufsausbildungssystem unterscheiden (E1):
  • Duales System: Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO)
  • Schulberufssystem: Ausbildung für einen gesetzlich anerkannten Beruf in vollzeitschulischer Form
  • Übergangssystem: berufliche und allgemeinbildende Bildungsangebote, die zu keinem anerkannten Ausbildungsabschluss führen, sondern das Ziel haben, die Kompetenzen von Jugendlichen ohne Ausbildungszugang zu verbessern, um die Aufnahme einer anerkannten Berufsausbildung, das Nachholen eines allgemeinbildenden Schulabschlusses oder die Aufnahme einer Beschäftigung zu ermöglichen
Die Anzahl der Neuzugänge in das Berufsbildungssystem ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, so von der Verfügbarkeit von Lehrstellen, der individuellen Prioritätensetzung; dem Abgang von mehr oder weniger geburtenstarken Jahrgängen von den allgemeinbildenden Schulen. Die Verteilung der Neuzugänge auf die drei Teilsysteme ist auch von deren Angebot bestimmt.
 
Die betriebliche Berufsausbildung hat in der Vergangenheit zu dem Ergebnis geführt, dass ein großer Teil der betrieblich Ausgebildeten nach der Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb übernommen wurde und die Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich in Deutschland gering gehalten werden konnte. Die Marktabhängigkeit der Dualen Ausbildung bringt es allerdings mit sich, dass in Zeiten konjunktureller Schwächen die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zurückgeht und die Schere zwischen dem Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen und der Nachfrage immer weiter auseinanderklafft. Die Betriebe sind heute in der Lage, Jugendliche mit den besten Voraussetzungen für die betriebliche Ausbildung auszuwählen. Jugendliche mit schlechteren Voraussetzungen haben größere Schwierigkeiten beim Einstieg in die Berufsbildung. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass durch staatliche Förderung eine Vielzahl von oft unkoordiniert nebeneinanderstehenden allgemein- und berufsbildenden Maßnahmen aufgebaut wurde, die die Chancen von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz verbessern sollen, eine anerkannte Berufsausbildung zu absolvieren.
 
Neben der betrieblichen Ausbildung (E2) hat es in Deutschland schon früh eine vollzeitschulische Berufsausbildung, vor allem in sozialen Dienstleistungsberufen, gegeben (E3). Durch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel von der Produktion zu den Dienstleistungen - und nicht zuletzt durch die Engpässe in der Dualen Berufsausbildung - hat sich der Anteil der vollzeitschulischen Berufsausbildung innerhalb des Ausbildungssystems merklich erhöht.
 
Mit der Verteilung auf die verschiedenen Bereiche der Berufsausbildung sind auf der individuellen Ebene wichtige Weichenstellungen für die Berufschancen der Jugendlichen verbunden. Aus der Perspektive von Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt geht es um die Frage, ob das Berufsbildungssystem in der Lage ist, ausreichend beruflich ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Aus der Bildungssystemperspektive kann die Entwicklung Hinweise auf mögliche Handlungserfordernisse von Wirtschaft und staatlicher Steuerung geben, wie die Effektivität des Berufsausbildungssystems verbessert werden kann. Von Interesse sind insbesondere die Strukturverschiebungen zwischen den drei Teilsystemen und die weitere quantitative und qualitative Entwicklung innerhalb des Übergangssystems (E4).
 
Erfolgreiche Berufsabschlüsse sind ein zentraler Indikator für die Effektivität des Berufsausbildungssystems. Sie sind u. a. ein Prädiktor für die Chancen von jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt (E5).
 
 
Kapitel E
 
 
 
Anzahl der Abschlüsse und Abgänge aus dem Berufsbildungssystem 2007 nach Teilbereichen
 
   


 
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