statistik Berlin Brandenburg  
 
Institut für Schulqualität der Länder Berlin Brandenburg e.V.


Bildungbericht 2008
Inhaltsübersicht
    Einleitung
    Hinweise
    Wichtige Ergebnisse
    im Überblick
    Kapitel A
    Kapitel B
    Kapitel C
    Kapitel D
    Kapitel E
    Kapitel F
    Kapitel G
    Kapitel H
    Anhang
Supplementband I
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Bildungbericht Berlin Brandenburg 2008
   
KAPITEL D   DOWNLOAD
D
 
Allgemeinbildende Schule
 
Die allgemeinbildenden Schulen in Berlin und Brandenburg weisen trotz föderaler Unterschiede einige Gemeinsamkeiten auf (Anhang F: Übersicht zur Schulartenglie-derung). In beiden Ländern dauert die allgemeine Schulpflicht 10 Jahre. Beide Länderhaben - im Unterschied zu allen anderen Ländern - eine 6-jährige Grundschule, d. h. die Entscheidung für die weiterführende Schulart erfolgt erst beim Übergang in die 7. Jahrgangsstufe. Folglich umfasst die sich anschließende Sekundarstufe I die Klassen- bzw. Jahrgangsstufen 7 bis 10. Beide Länder bieten zugleich auch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach der 4. Klasse an ein Gymnasium zu wechseln. Die statistischen Daten zu den allgemeinbildenden Schulen stammen in diesem Bereich im Wesentlichen aus der Schulstatistik der LänderM1. Diese befindet sich derzeit im Umbruch. 2005 wurde von der KMK u. a. eine Empfehlung zur Einführung eines einheitlichen Schülereinzeldatensatzes beschlossen (Kerndatensatz), der in den Ländern für die öffentlichen Schulen ursprünglich bis spätestens zum Schuljahr 2008/2009 umgesetzt werden sollte. Brandenburg realisierte die Einführung des Kerndatensatzes zu großen Teilen bereits zum Schuljahr 2002/03, so dass seit diesem Zeitpunkt differenzierte Daten vorliegen. In Berlin war die Umsetzung für 2008/09 geplant, wurde aber vorläufig ausgesetzt.
 
In fast allen Ländern, so auch in Berlin und Brandenburg, wurde der Bildungsgang zum Abitur um ein Jahr verkürzt. Die Schülerinnen und Schüler, die 2006/07 in die Jahrgangsstufe 7 am Gymnasium wechselten, werden als erster Jahrgang nach 12 Jahren im Frühjahr 2012 an den Abiturprüfungen teilnehmen. Diese Umstellung zieht wesentliche Veränderungsprozesse für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Familien nach sich. Allerdings werden diese Veränderungen, wie etwa die Verdichtung des Curriculums, hohe Stundenbelastungen für Schülerinnen und Schüler sowie die Konsequenzen für das Leben außerhalb der Schule derzeit nicht statistisch erfasst und sind in diesem Bericht daher nicht darstellbar.
 
Bedingt durch die Geburtenentwicklung sowie Wanderungssalden sind in Berlin und Brandenburg die Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen auch im Schuljahr 2007/08 weiterhin insgesamt rückläufig. Dies stellt insbesondere Brandenburg vor die Herausforderung, eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung sicherzustellen (D1). Die ersten geburtenschwachen Jahrgänge sind inzwischen mindestens in die 10. Jahrgangsstufe vorgerückt. In Berlin als Stadtstaat ist dieses Problem aufgrund der öffentlichen Infrastruktur nicht so brisant, vielmehr besteht hier die vorrangige Herausforderung in der erfolgreichen Integration der Kinder mit Migrationshintergrund (D2).
 
Im Schuljahr 2007/08 besuchten mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler die öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen der Metropolregion1. Zwischen den Ländern gibt es seit 1997 ein Gastschülerabkommen, welches im Mai 2008 neu abgeschlossen wurde (Gültigkeit 1.1.2009 bis 31.12.2013). Das Abkommen ermöglicht bei freien Kapazitäten den Schulbesuch abweichend vom Land des Hauptwohnsitzes im jeweils anderen Land, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Derzeit besuchen deutlich mehr Brandenburger Kinder Schulen in Berlin2 (Amtsblatt des MBJS3).
 
In vielen Bildungskarrieren gibt es kritische Phasen und Situationen, die institutionelle oder individuelle Gründe haben. Im hier betrachteten Ausschnitt sind dies der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I und später dann in die Sekundarstufe II, denn sie sind mit Entscheidungen für den einen oder anderen schulischen oder beruflichen Bildungsweg verbunden (D4). Die Qualität eines Systems zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass diese Phasen im Sinne der Schülerinnen und Schüler positiv bewältigt werden können. Aus individuellen Schwierigkeiten resultieren nicht selten schulische Problemlagen, die umfassende Betreuungsangebote erfordern (D3) und unter Umständen das Wiederholen einer Jahrgangstufe erforderlich machen (D5). Die Effektivität schulischer Ausbildung lässt sich u.a. an der Anzahl und Abschlussart der Absolventinnen und Absolventen sowie der erreichten Leistungen erfassen (D6).
 
1 Zu den allgemeinbildenden Schulen zählen auch die Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs – so Abendhaupt-, Abendrealschulen, Abendkollegs, Abendgymnasien etc., an denen von Erwachsenen ein allgemeinbildender Schulabschluss nachgeholt werden kann. Die Lernenden dieser Einrichtun- gen werden hier nicht betrachtet (G3). Zum allgemeinbildenden Teil des Sekundarbereichs II zählen auch die Fachoberschulen, Fachgymnasien und Berufs-/Technischen Oberschulen, da diese beruflichen Schulen nicht der Vermittlung eines Berufsabschlusses dienen, sondern dem (nachträglichen) Erwerb allgemeinbildender Schulabschlüsse. Die Lernenden dieser Einrichtungen werden in (E5) betrachtet.
2 Da mehr Kinder aus Brandenburg in Berlin zur Schule gehen als umgekehrt, zahlt das Land Branden- burg 10 Millionen Euro pro Jahr an Berlin. Derzeit besuchen 1.176 Berliner Kinder und Jugendliche allgemeinbildende Schulen in Brandenburg und 6.907 Brandenburger Schulen in Berlin.
3 http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb2.c.510381.de

 
 
Kapitel D
 
 
 
Anteile Schülerinnen und Schüler, die in das Gymnasium nach der 6. Jahrgangsstufe übergegangen sind, nach Kreisen bzw. Bezirken im Schuljahr 2007/08 in %
 
   


 
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